14.10.21, 1000 Jahre jüdisches Leben zwischen Donau und Waldnaab

Facetten jüdischer Geschichte in der Oberpfalz

Übergeordnete Veranstaltung: 01.09.2021, 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Do 14.10.21, 19.00 – 20.00 Uhr
Kulturzentrum Hans Bauer, Weiden, Schulgasse 3a, 92637 Weiden
Referent: Dr. Sebastian Schott
kostenfrei
Anmeldung: Anmeldung: Stadtarchiv Weiden Tel. 0961-814102

Spätestens seit der ersten namentlichen Nennung eines Juden in Regensburg im Jahr 981 leben Menschen jüdischen Glaubens nachweislich auf dem Gebiet der heutigen Oberpfalz.
In seinem Vortrag berichtet Dr. Sebastian Schott (Stadtmuseum und Stadtarchiv Weiden) über entscheidende Ereignisse im über 1000-jährigen Zusammenleben von Juden und Nichtjuden im Gebiet zwischen Donau, Fränkischem Jura, Fichtelgebirge und Böhmischer Grenze. Aufgrund ihrer territorialen Zersplitterung konnten sich auch nach der Vertreibung der Juden aus der Reichsstadt Regensburg, aus dem Herzogtum Bayern und der Kurpfalz in der frühen Neuzeit jüdische Gemeinden in Sulzbürg, Floß und Sulzbach behaupten. Insbesondere die jüdische Gemeinde in Sulzbach erlangte mit ihrer hebräischen Druckerei europaweite Bekanntheit. Im 19. Jahrhundert bildeten sich dann in allen größeren Städten wieder israelitische Kultusgemeinden, deren Mitglieder einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Oberpfalz leisteten. Schien in der Weimarer Republik die Gleichstellung von Juden und Nichtjuden endgültig erreicht, so brachte stattdessen nur eineinhalb Jahrzehnte später das nationalsozialistische Deutschland die Zerstörung des jüdischen Lebens auch in der Oberpfalz. Doch ging die jüdische Geschichte mit den beiden Deportationstransporten aus Regensburg im Jahr 1942 nicht zu Ende. Bereits im Sommer 1945 gründeten Überlebende der nationalsozialistischen Vernichtungslager wieder jüdische (Displaced Persons) Gemeinden in den Städten der Oberpfalz. Aus Ihnen gingen die jüdischen Gemeinden Regensburg, Weiden und Amberg
mit ihren heute wieder über 2000 Mitgliedern hervor.

max. 25 Personen