06.12.22, Eskalation auf dem Balkan: Neue Gefahr durch alte Konflikte

Di 06.12.22 vier Termine: 08.11. im Gemeindehaus, 15.11. online, 22.11 online, 06.12. online, 19.00 – 21.00 Uhr
Online-Seminar
Referent: Friedrich Seewald
kostenfrei
Anmeldung: EBW Oberpfalz, ebw.oberpfalz@elkb.de oder 09621 496260
EBW

In Bosnien-Herzegowina wachsen die Spannungen. Das Parlament der serbischen Teilrepublik Srpska hat im Dezember 2021 beschlossen, dem Zentralstaat wesentliche Kompetenzen zu entziehen: Künftig will die Teilrepublik Armee, Justiz und Steuersystem eigenverantwortlich regeln. Noch nie seit dem Ende des blutigen Bosnienkriegs (1992-1995) war die Gefahr einer Spaltung des Landes so groß. Das Vorhaben droht, die fragile Architektur des Abkommens von Dayton zu zerstören, das den schrecklichen Bosnienkrieg 1995 beendete und diesen ethnisch und religiös durchmischten Nachfolgestaat Jugoslawiens neu ordnete.

Die Gründe für die Abspaltungsgelüste der bosnischen Serben lassen sich nicht verstehen, ohne einen Blick in die Vergangenheit dieses zerrissenen Landes zu werfen. Wie so oft wirken weit zurückliegende traumatische Ereignisse lange nach und verursachen oder verschärfen zumindest spätere Konflikte. Dies gilt besonders für den Balkan, in dem sich einige bedeutende historische Trennlinien überschneiden, die zum Teil heute noch spürbar sind.

Ein Seminar dieser Art lebt nicht nur vom Monolog des Referenten. Vielmehr sind die Teilnehmer herzlich dazu eingeladen, sich nach den Vorträgen aktiv in die Diskussion einzubringen.

Unser Referent Friedrich Seewald (Magister der Politikwissenschaften und Diplom-Finanzwirt) besitzt langjährige Osteuropaerfahrung. Während des ersten „Bosnienkrieges“ war er längere Zeit im Rahmen der Sanctions Assistance Mission der Europäischen Union als Berater und Ermittler auf dem Balkan tätig. Im November 2014 erhielt er zudem von der Bundesregierung den Auftrag, die Ukraine beim Aufbau eines effektiven und effizienten Verbrauchsteuersystems zu unterstützen. Seitdem berät er die ukrainische Regierung, den Parlamentsausschuss für Steuerfragen, die ukrainische Ministerialverwaltung und den Staatlichen Steuerdienst regelmäßig vor Ort in Kiew. Darüber hinaus beschäftigt sich Friedrich seit rund 30 Jahren intensiv mit dem Gebirgskrieg in den Alpen und hier speziell mit den Schlachten am Isonzo. In diesem Zusammenhang pflegt er gute Kontakte zum Kriegsmuseum in Kobarid.

Technische Voraussetzungen für die online Teilnahme: Handy oder Computer, die Video-Telefonie ermöglichen und ausreichendes W-LAN oder Datenvolumen.
Den Zugangslink erhalten Sie nach Anmeldung.