27.07.20, Selbstbestimmung – auch im Sterben? Wenn ethische Fragen ganz persönlich werden…: Schlüsselbegriffe und ethische Argumentationsfiguren

Mo 27.07.20, 19.30 – 21.30 Uhr
Dekanatsbezirk Weiden, St. Michael in Weiden, Schulgasse 1, 92637 Weiden i.d.Opf.
Referent: Dr. Milfait Rene´

„Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen“ – mit diesem Satz wurden die fünf Leitsätze der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland überschrieben. Er muss darauf vertrauen können, dass er in seiner letzten Lebensphase mit seinen Vorstellungen, Werten und Wünschen respektiert wird, und dass Entscheidungen unter Achtung seines Willens getroffen werden. Familiäre und professionelle Hilfe sowie die ehrenamtliche Tätigkeit unterstützen dieses Anliegen.
Ein Sterben in Würde hängt wesentlich von den Rahmenbedingungen ab, unter denen Menschen miteinander leben. Einen entscheidenden Einfluss haben gesellschaftliche Wertvorstellungen und soziale Gegebenheiten, die sich auch in juristischen Regelungen
widerspiegeln.

Den Zeitpunkt und die Art des eigenen Todes selbst bestimmen und bis zuletzt die Kontrolle über das eigene Leben und über das eigene Sterben bewahren – das wünschen sich viele, vor allem schwerkranke Menschen. Darf also ein sterbenskranker Mensch seinem Leben selber ein Ende setzen oder nicht? Abstrakt über diese Frage zu diskutieren, ist eine Sache – eine andere ist es, im und am eigenen Leben damit konfrontiert zu werden.

Die Diskussion über die ethisch-rechtliche Ausgestaltung der „Sterbehilfe“ wird kontrovers geführt. Ein zentraler Streitpunkt ist momentan die Frage des assistierten Suizids.
In diesem Input wird erläutert, welche unterschiedlichen Formen von „Sterbehilfe“ es gibt und wie sie sich in ethischer Hinsicht voneinander unterscheiden. Auf diese Weise soll zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den verschiedenen Argumentationsstrukturen angeleitet werden. Bekannt ist die Tatsache, dass sich ethische Maßstäbe und Konflikte am Ende des Lebens in besonders akzentuierter Form ergeben. Deshalb soll dieses Treffen einer Systematisierung und Aktualisierung der ethischen Probleme am Lebensende beitragen. Eine solche Systematisierung ist deswegen hilfreich, weil sich gerade bei Fragen zur „Sterbehilfe“ häufig terminologische Missverständnisse ergeben, die eine sachliche Behandlung der zugrunde liegenden Problems erschweren.