16.03.22, Vor 100 Jahren

Die politischen Verhältnisse in Bayern 1919 – 1924

Die Fortsetzung findet am 31.03.2022 statt
Paulaner-Gemeindehaus, Paulanerplatz 13, 92224 Amberg
Referent: Karl Kirch
kostenfrei

1. Bayerns Kampf gegen die Weimarer Republik und der Aufstieg Hitlers

Nach der Niederwerfung der Münchner Räterepublik (1919) versuchten die demokratischen Parteien den Freistaat neu zu ordnen. Die Zusammenarbeit der Demokraten zerbrach jedoch bald (März 1920). Die Parteien waren noch stark an ideologische Vorstellungen und Interessengruppen gebunden, die Kunst des Kompromisses beherrschten sie noch kaum. In Bayern versammelten sich zunehmend die Gruppen der „nationalen Opposition“, welche die Weimarer Republik und die Reichsregierung in Berlin nicht respektierten, sondern bekämpften, wo immer sie eine Möglichkeit sahen. In diesem konservativen bis rechtsradikalen Milieu konnte sich der junge Adolf Hitler dank seiner rhetorischen Begabung mehr und mehr behaupten und auf die Pläne zur Beseitigung der republikanischen Ordnung Einfluss gewinnen. Hitler und die nationalsozialistische Bewegung wurden in dieser Zeit von den führenden Kreisen Bayerns als Bundesgenossen anerkannt und gefördert. Hitler war damals in Bayern kein Außenseiter, sondern er agierte voll und ganz im Strom des deutschen und bayerischen Denkens seiner Zeit, er war ein deutsches Phänomen, sein Erfolg ist durchaus aus dem Kontext seiner Zeit heraus erklärbar.

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